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Unsere Verlobung - von Anfang an

Tja, Leute, nun ist es so weit: Simone und ich haben uns verlobt... .

Teil 1 (von Peter):
Für Simone die Überraschung schlechthin ;-) Wir haben die Geschichte schon öfters erzählt - doch sicher nicht allen, die sich dafür interessieren. Das hat natürlich keine persönlichen Gründe! Wir sehen viele Freunde und Verwandte nur mehr alle zwei bis drei Monate und deswegen dauert es manchmal, bis man sich wieder von Angesicht zu Angesicht sieht. Deswegen, und weil die Geschichte - meiner bescheidenen Meinung nach - auch lesenswert ist, gibt es die Story an dieser Stelle noch mal.

Berlin 2002
München 2004
Stimmen im Kopf
Wer mich kennt, der weiß sicherlich, dass ich mir bei bestimmten Dingen schon lange vorher Gedanken mache. Genau so auch hier. Die Idee Simone zu fragen, ob sie mich mal heiraten will, kam mir sicher schon über ein Jahr lang immer wieder in den Sinn. Doch so richtig wollte sich der Gedanke nicht festsetzen. Immer wenn andere Sachen mit höherer Priorität daher kamen, verschwanden die Geisterbilder wieder. Es war auch so, dass ich mit mir selber ja auch noch nicht einig war. Der gute Friedemann Schulz von Thun sprach in all seinen Teamkollegen aus meiner Brust. Der Euphorist mit einem "Ja, klar doch!", ein Abwartender der meinte "Das hat doch noch Zeit...", ein um die Gesellschaft Besorgter mit seinem "Du-bist-jetzt-auch-schon-über-30-Gelabere" und einer dem Establishment sich vehement entgegenstellender "Verloben-ist-doch-spießig-Geselle". Mag sein, dass sich ab und zu noch ein paar Geister hinzugesellten, doch alle kamen und gingen wieder so schnell, dass ich mir beizeiten wie ein Fast Food Drive In vorkam.

Irgendwann in den letzten Monaten reifte der Gedanke dann doch zu einem konkreten heran und aus der Idee wurde ein Entschluss. Wenn mann bei einer Frau um ihre Hand anhalten möchte ist das von Natur aus schon ein Moment innerer Nervosität. Den Entschluss dann auch umzusetzen noch viel mehr! Ich wollte ja schließlich nichts in den Sand setzen und mich auch später noch gerne daran erinnern. Gleichzeitig bedeutete das auch: "Mach´s g'scheid oder gar nicht!" Ein Antrag zwischen Tür und Angel kann ja gerne ein Zeitschriftenjahresabo betreffen aber nicht die Frage aller Fragen.

Frankfurt 2004
Nürnberg 2004 Der Eine Ring musste her
Ohne Ringe keine Verlobung - ohne Verlobung keine Heirat und ohne Heirat keine Steuerklasse III... ;-) Scherz beiseite; obwohl ich nicht vorhatte meinen Antrag (wie aus amerikanischen Filmen bekannt) auf Knien vorzubringen, so wollte ich doch mit dem Ring meiner Ernsthaftigkeit Ausdruck verleihen. Welcher Ring Simone gefallen würde, war mir (wenigstens das) schon von Anfang an klar. Nur "Der Eine Ring", vielfach gewürdigt in John Ronald Reuel Tolkiens weltbekanntem Roman, kam in Frage. Zum Glück war das gute Teil in München nicht allzu schwer aufzutreiben!

Wenn jemand Glück hatte spricht der Volksmund gerne "... zur passenden Zeit am passenden Ort...". Insofern musste ich diese beiden Bedingungen erst erfüllen. Wann und vor allem wo sollte ich den Antrag stellen? Hier erinnerte ich mich an ein Lufthansa Werbeplakat, welches vor ein bis zwei Jahren gegenüber unserer Haustüre hing. Der mit der Nachtaufnahme einer Weltstadt bebilderte Werbetext lautete: "Es gibt romantischere Orte für eine Heiratantrag als beim Italiener um die Ecke!" Was soll ich dazu noch sagen....? Zufällig ;-) hatten wir schon unseren Urlaub in Rom gebucht - meine Frage war beantwortet. Alles andere musste sich irgendwie von alleine ergeben... .

Rom 2004
"Unsere" Bank in Rom
Auf der Suche nach dem einen Moment
Ein paar Wochen später. Mein erster Eindruck von Rom: hier geht alles, nur kein Heiratsantrag! So viele Leute, so laut, so heiß und keine ruhige Ecke. Wie soll das nur gut gehen? Eines schon mal vorweg: es ging gut! Am zweiten Tage unseres Aufenthaltes in Rom waren wir schon sehr weite Wege durch die überfüllten Straßen vom ehemaligen Zentrum des römischen Reiches gegangen. Die Füße taten weh, die Sonne brachte uns zum Schwitzen und wir waren auf dem Rückweg in unser Hotel. Im Zuge dessen mussten wir noch den verkehrsgewaltigen Piazza Venezia überqueren. An dessen Rand - direkt gegenüber des gewaltigen Monumento a Vittorio Emanuele II. - erblickten wir ein paar sehr alte Steinbänke. Da ich aufgrund der großen Hitze wieder mal eine Pause benötigte, ruhten wir uns auf einer dieser Bänke aus. Die Sonne war schon am Untergehen, als am Parkplatz vor uns eine Hochzeitsgesellschaft aus mehreren Autos stieg. Das ist ein Zeichen dachte ich mir. Jetzt oder nie....!

Teil 2 (von Simone):

Peter und ich - beide ziemlich k.o. vor lauter Hitze und langen Fußmärschen - saßen also auf der kühlenden Steinbank, warfen uns verliebte und glückliche Blicke zu. Ich werde nun nicht alles im O-Text wiedergeben (das erzähle ich nur "Auserwählten"), aber, das wichtigste: Peter fragte mich, ob ich denn seine Frau werden wolle! Ich konnte es kaum fassen! Und wie ich das wollte (und noch immer will)! Peter überreichte mir - wie kann's auch anders sein - ein Nici-Schäfchen (der Serie Jolly Mäh) mit einem kleinen Täschchen zwischen seinen "Händen", in dem sich der Eine Ring in Silber befand. Ich war einfach baff, überglücklich und überrascht hoch zehn! Peter steckte mir den Ring an - wir beide zitterten vor Aufregung - er passte! Wir saßen noch weitere zwei Stunden auf dieser Bank, hörten keinen Lärm, bemerkten keine Leute rund um uns. Es gab nur uns zwei und unsere Verlobung. Besser hätte Peters Timing nicht sein können. Eine - und das beste: die eigene - Verlobung in Rom! Was kann frau sich mehr wünschen?
... bereits verlobt

 

 

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